Türchen 2

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Ein herzliches Grüß Gott im Advent. Ich freue mich, dass Sie mit mir zusammen die Adventszeit verbringen wollen und mache heute das nächste Türchen des Adventskalenders auf, die Nummer zwei von 24. Und was ist drin? Ein Tannenzweig mit einem Zapfen.

Und das ist gut so. Ein deutlicher Hinweis, dass es höchste Zeit ist, das Zuhause adventlich zu schmücken und wenn noch nicht passiert, ganz dringend einen Adventskranz zu besorgen. Die Adventszeit umfasst ja die vier Sonntage vor Weihnachten. Der erste Adventssonntag kann dadurch frühestens am 27. November und spätestens auf den 3. Dezember fallen. Und immer mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr, das dann im Folgejahr am letzten Sonntag vor Advent endet.

Das adventliche Schmücken war Sache meines Papas und sobald ich auch nur annähernd groß genug war, mit meiner Hilfe. Eine Erinnerung zum rechtzeitigen Dekorieren war nie nötig, da wir uns immer sehr drauf freuten und schon ungeduldig warteten endlich loslegen zu dürfen. Leider war durch die Enge unserer Wohnung der Euphorie, unser Zuhause in ein Adventsmärchen zu verwandeln, schnell Grenzen gesetzt. Das fing schon beim Adventskranz an. Leider fiel dieser, trotz bester Vorsätze im vergangenen Jahr, immer wieder im gestalterischen Überschwang viel zu groß aus und konnte deshalb nur hängend an der Decke über dem Esstisch befestigt werden, da er sonst beim besten Willen keinen Platz fand. Nur an den vier Adventsonntagen durfte er für kurze Zeit auf dem Tisch Platz nehmen und wir seine Kerzen anzünden. Selbst das war eine Aktion. Dafür musste jedes Mal vorher eine Leiter vom Speicher geholt und anschließend wieder aufgeräumt werden. Und wir vier Personen konnten unsere Kuchenteller zum Nachmittagskaffee nur auf dem Schoß halten. Papa versprach dabei immer hoch und heilig einen kleineren Kranz im nächsten Jahr. Zum Glück kam er bald drum herum, als wir ein paar Jahre später von Untermiete in eine eigene Wohnung umziehen konnten und dort schon etwas mehr Platz für einen prächtigen Adventskranz war.

Natürlich hat Papa den Kranz immer selber gebunden. Dafür ging er rechtzeitig in den Wald, holte frische Tannenzweige, Tannenzapfen und verschiedene Beerenzweige. Und es wäre nicht Papa gewesen, wenn nicht genügend übrig geblieben wäre und zu kleinen Sträußen gebunden, überall in der Wohnung einen Platz suchten und Papa natürlich einen fand. Mama war relativ ruhig und geduldig, da sie ja wusste, in wenigen Wochen war Advent wieder vorbei, bevor allerdings noch die große Sache mit dem Christbaum bevorstand. Aber das ist eine andere Geschichte, noch gut drei Wochen entfernt. Noch sind wir am Anfang des Advent.


Der Advent

Das letzte Blatt im Kalender
zeigt den Monat Dezember.

Es beginnt wieder eine besondere Zeit:
Der Advent mit all seiner Herrlichkeit.

Festlich geschmückt sind Häuser, Zimmer und Zweige.
Das alte Jahr – es geht zur Neige.

Auch der Advent geht der Weihnacht entgegen.
Welch schöne Zeit! Welch ein Segen!


Ja, liebe Leserinnen, lieber Leser, Sie haben bestimmt auch viele schöne Erinnerungen an Ihre Adventszeiten und sie im Herzen bewahrt. Ich wünsche Ihnen ganz viele davon.
Dann bis morgen. Ich freue mich, was das nächste Türchen für uns bereithält.

Text & Audio von Charlotte