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Ein herzliches Grüß Gott im Advent. Ich freue mich, dass Sie mit mir zusammen die Adventszeit verbringen wollen und mache heute das nächste Türchen des Adventskalenders auf, die Nummer drei von 24. Und was ist drin? Ein kleiner Tannenbaum. Noch grün weil Frau Holle ihre Betten noch nicht geschüttelt hat.
Er erinnert mich an den Baum in unserem Nachbargarten. Er ist noch gar nicht so alt – für einen Tannenbaum. Vor gerade mal gut vierzig Jahren ist er aus dem Bayerischen Wald gekommen. Die Besitzer des Gartens haben immer davon gesprochen, wenn sie mal Großeltern werden, wollen sie einen Tannenbaum für ihren Enkel pflanzen. Als dann eines Tages ihre Tochter von einem Urlaub zurückkam, brachte sie ihnen eine kleine Pflanze mit. Sie hatte eine große Schleife um auf der stand – für Oma und Opa – es ist so weit.
Das war damals eine große Überraschung für die Beiden und eine noch größere Freude. Mittlerweile ist der Baum ganz schön in die Höhe geschossen und die Enkelin – es wurde ein Mädchen – kann da schon lange nicht mehr mithalten. Immer wenn sie auf Besuch kommt, geht sie zu ihm und sagt – hallo du, mir geht es gut und ich seh schon, dir hier auch.
Von seinem Platz im Garten aus, hat er guten Blick in das Wohnzimmer des Hauses. Und kann damit auch jedes Weihnachten verfolgen, wie in der guten Stube auch ein Baum aufgestellt wird. Ein Christbaum. Zwar wesentlich kleiner als er, aber dafür wird dieser liebevoll und prächtig geschmückt mit vielen Kerzen, bunten Kugeln und allerlei Glitzer. Der Tannenbaum im Garten ist jedes Jahr wieder etwas eifersüchtig, dass sich niemand um ihn ebenso bemüht und schmückt. Noch dazu, wenn der Winter seine weißen Flocken, Eis und Kälte auf die Erde schickt und seine Äste schwer nach unten drücken. Wie gerne würde er da mal mit dem Weihnachtsbaum tauschen und sich in der warmen Stube etwas aufwärmen.
Aber, stellt er fest, zum Glück ist dieser Wunsch wie jedes Jahr, wieder nicht in Erfüllung gegangen. Diese Erkenntnis kommt ihm immer nach Heilig Drei König, wenn er mitbekommt, dass der schöne Weihnachtsbaum gar nicht mehr schön ist, wenn seine Nadeln abgefallen sind und er abgeschmückt, zersägt zum Müll gebracht wird. Dann ist er dankbar, dass er immer noch auf seinem Platz in alter natürlicher Pracht steht und hoffentlich noch viele Jahre bleiben darf.
Ja, liebe Leserinnen, lieber Leser, sie haben bestimmt auch viele Erlebnisse aus all den vergangenen Jahren mit Weihnachtsbäumen sammeln können. Haben vielleicht Strohsterne gebastelt, Lametta aufgehängt und Weihnachtslieder zusammen mit der ganzen Familie unterm Christbaum gesungen und viele schöne Erinnerungen im Herzen bewahrt. Ich wünsche Ihnen ganz viele davon.
Dann bis Morgen. Ich freue mich, was das nächste Türchen für uns bereit hält.
Text & Audio von Charlotte