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Ein herzliches Grüß Gott im Advent.
Ich freue mich, dass Sie mit mir zusammen die Adventszeit verbringen wollen und mache heute das nächste Türchen des Adventskalenders auf, die Nummer neunzehn von 24. Und was ist drin? Papier und Stift.
Das hat der Gestalter des Adventkalenders gut gemacht. Gerade noch rechtzeitig erinnert er damit, Weihnachtspost auf den Weg zu bringen. Natürlich hatten wir bis dahin schon alles fertig, fast. Mama und ich waren schon fleißig gewesen und nur noch Papa musste einige Zeilen dazu schreiben. Dabei hatte er die meiste Verwandtschaft, die zu diesem besonderen Fest und dabei gleich auch zum kommenden Jahreswechsel auf Post warteten. Im Gegenzug bekamen natürlich auch wir wieder Grüße zurück. Ich bekam vieles vorgelesen, hatte ich doch auch einen großen Anteil an unseren verschickten Briefen. Schon seit ich einen Stift halten konnte, liebte ich zeichnen und malen. Nun, nicht immer konnte man draus lesen, was es bedeuten sollte. Aber es war bunt und bedeckte schon einen Teil des Briefpapiers und man konnte -bedauerlicher Weise – nicht mehr so viel dazuschreiben. Nicht ganz unpraktisch fanden Mama und Papa. Als dann aber immer öfter die Empfänger monierten, zwar viel Kunst aber wenig Nachrichten zu erhalten, bekam ich ein eigenes Blatt und konnte mich ideenreich und farbig austoben.
Mama hatte eine große und energische Schrift und knappen Inhalt. Papa hingegen, ja wie sollte es auch anders sein, war der Feingeist. Sowohl in einer sehr präzisen Schrift, wie auch im Schreibstil und ausführlichen Inhalt. Er hatte sechs Geschwister, die fast alle auf der Welt verstreut zu Hause waren. Natürlich wollten diese auf dem Laufenden gehalten werden. Briefe waren zu der Zeit ja auch die einzige Möglichkeit dazu. Für die Post nach Amerika gab es sogar besonderes Briefpapier – Luftpost. Ganz leicht und dünn damit der Flug über den Atlantik nicht so teuer war. Nein, darin gab es keinen Extragruß von mir.
Heute ist das alles einfacher. Das Wichtigste wird schon per Telefon, Fax, WhatsApp, Email und was nicht noch alles erledigt oder gleich mit Videofonie. Also live mit Bild. Am Anfang mit dieser Art, haben viele noch ihr Aussehen vor dem Spiegel überprüft- ich mach es heute noch. Eitel meinen Sie? Ich finde gepflegt sein, schadet auch im Alter nicht.
Unsere Weihnachtsgrüße kamen immer rechtzeitig in den Briefkasten und groß war die Freude über das, was der Postbote zu uns brachte.
Briefe (Verfasser unbekannt)
Ein Blatt Papier, ein Stift zur Hand,
Gedanken fließen übers Land.
Mit Worten wird ein Band geknüpft,
von Herzen zu Herzen, tief verknüpft.
Briefe sind wie kleine Boten,
bringen Freude, Trost und Noten.
Sie erzählen von Erlebnissen,
von Träumen und von Vermissen.
Ein Abschied, ein Neuanfang,
in jedem Brief ein kleiner Klang.
Sie überbrücken Zeit und Raum,
verbinden Herzen, Traum um Traum.
Ja, liebe Leserinnen, lieber Leser, wie schaut es bei Ihnen aus. Haben Sie Ihre Weihnachtspost schon fertig geschrieben, sogar schon verschickt? Und freuen sich auf liebe Grüße, die der Postbote bringt. Ich wünsche Ihnen ganz viele davon.
Dann bis Morgen. Jeden Tag kommen wir dem Weihnachtsfest ein Stückchen näher. Ich freue mich, was das nächste Türchen für uns bereit hält.
Ihre Charlotte, ein Schreiberling aus München
Text & Audio von Charlotte