Türchen 24

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Ein herzliches Grüß Gott zum letzten Tag im Advent.

Ich freue mich, dass Sie mit mir zusammen die Adventszeit verbringen wollten und mache heute das letzte Türchen des Adventskalenders auf, das vierundzwanzigste. Mit jedem einzelnen Türchen verband ich Erinnerungen und ging dabei oft weit zurück in meine Kindheit. Was heute drin ist – natürlich ein Weihnachtsbaum.

Festlich geschmückt. So wie wir ihn alle in Erinnerung haben. Eine feste Größe im Jahreslauf, bis auf Zeiten in denen die Welt nicht in Ordnung war.
Aber in den schönen Erinnerungen lächelt die Vergangenheit zurück. Und was ist schöner als ein liebevoll geschmückter Christbaum. In den ersten Lebensjahren war er eine geheimnisvolle Überraschung und später hat man ihn selber geschmückt. Hat Strohsterne gebastelt, Lametta aufgehängt und Weihnachtslieder zusammen mit der ganzen Familie unterm Christbaum gesungen und viele schöne Erinnerungen im Herzen bewahrt.


Der Weihnachtsbaum (Verfasser unbekannt)
Strahlend, wie ein schöner Traum,
steht vor uns der Weihnachtsbaum.
Seht nur, wie sich goldenes Licht
auf den zarten Kugeln bricht.
“Frohe Weihnacht” klingt es leise
und ein Stern geht auf die Reise.
Leuchtet hell vom Himmelszelt –
hinunter auf die ganze Welt.


Bei mir zu Hause war es wohl wie in den meisten Familien. Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Vorsichtshalber war ich den ganzen Tag über besonders brav, damit sich das Christkind es nicht anders überlegte und an unserem Haus etwa vorbeiflog. Mama und Papa sahen sich ab zu wissend an und lächelten über ihre besonders liebe Tochter. Die Stunden gingen gefühlt besonders langsam vorbei und es war gut, dass wir am Nachmittag die Kindermette in unserer Pfarrei besuchten und dadurch etwas Spannung raus war.

Dann aber dauerte es nicht mehr lange. Tante und Onkel, die immer mit uns das Fest feierten, waren auch schon da und in der Küche war besonders eingeheizt damit wir, wenn das Christkind die Glocke läutete und wir ins Schlafzimmer zum Baum gingen, etwas Wärme mitnehmen konnten. Im Winter war dieses Zimmer schon sehr frostig, aber in der Aufregung spürte man es gar nicht so sehr. Wir bewunderten den schönen Baum und sangen Stille Nacht, Heilige Nacht. Papa begleitete uns wie immer auf der Mundharmonika. Endlich nach der letzten Strophe – und ja die konnten wir auswendig – war es endlich soweit und wir bekamen unsere Geschenke. Was für eine Freude. Zwei Lieder sangen wir noch zusammen, bevor wir uns in die warme Küche zurückzogen, Mama dann das Essen servierte und wir alle zusammen einen schönen Heilig Abend verbrachten.

Ja, liebe Leserinnen, lieber Leser, Weihnachten wohl das schönste Fest im Jahr. Ein Baum festlich geschmückt, glänzende Kugeln, Kerzenschein und Geschenke, Weihnachtslieder und festliches Essen. Jeder von Ihnen hat seine eigenen Erinnerungen.

Für heute wünsche Ihnen allen von Herzen ein schönes und gesegnetes Weihnachtsfest
Ihre Charlotte, ein Schreiberling aus München

Text & Audio von Charlotte