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Ein herzliches Grüß Gott im Advent.
Ich freue mich, dass Sie mit mir zusammen die Adventszeit verbringen wollen und mache heute das nächste Türchen des Adventskalenders auf, die Nummer sechzehn von 24. Und was ist drin? Ein Bratapfel!
Ich hab den Duft heute noch in der Nase und wenn ich die Augen zu mache, sehe ich ihn vor mir stehen. Jetzt bitte noch Messer und Gabel und die Welt wäre in Ordnung. Heute, schon in der zweiten Hälfte des Advents. Um diese Zeit herum hat uns Mama damit immer eine besondere Freude gemacht.
Viel hats nicht dazu gebraucht
Große Äpfel, weiche Butter, gehakte Mandeln, Rosinen, Zitronensaft, Zimt und Puderzucker. Das war es schon.
Papa kümmerte sich wie immer um den Herd, dass er in etwa die richtige Temperatur hatte. Nicht zu wenig und nicht zu viel. Das Kerngehäuse war schnell entfernt und die Äpfel wurden innen mit Zitronensaft beträufelt, dass sie nicht braun wurden. Dann die weiche Butter mit Mandeln und Rosinen verrührt und mit Puderzucker und Zimt abgeschmeckt. Die Masse in die Äpfel gefüllt, in eine Auflaufform gesetzt und im Ofen rund 40 Min. gebraten. Alle warteten schon ungeduldig und wenn dann die Bratäpfel noch mit zerlaufener Butter übergossen waren, wurde serviert.
Dazu stand immer eine Kerze auf dem Tisch und im Anschluss hat Papa noch mit seiner Mundharmonika Weihnachtslieder gespielt und wir haben mehr oder weniger gut dazu gesungen. Das war immer einer der schönsten Tage im Advent.
Ich habe dazu noch ein schönes Gedicht gefunden.
Weihnachtsreigen von Anita Menger
Mit steifen Schritten geht das Jahr dem letzten Tag entgegen.
Betagt und müde will es sich schon bald zur Ruhe legen.
Wehmütig schreitet es voran, frostkalt sind seine Glieder.
Da klingen durch die Dunkelheit die ersten Weihnachtslieder.
Die Menschen zünden Kerzen an und schmücken ihre Städte.
Schon ziert den Tannenbaum am Markt die bunte Lichterkette.
Vorfreude lacht aus Kinderblick: „Was wird das Christkind bringen?“
Das Jahr hält kurz den Atem an, wenn Engelschöre singen.
Es tanzt in glitzernd weißem Kleid den weihnachtlichen Reigen
und fällt bald schon in heiliger Winternacht in andächtiges Schweigen.
Ja, liebe Leserinnen, lieber Leser, welche Gerüche haben Sie noch in Ihren Herzen bewahrt. Vielleicht eine frischgemähte Wiese, Würstl vom Grill, Rosenduft im Garten, Pfeifengeruch Ihres Opas, Geruch Ihres Hundes nach einem Regenguss? Und sicher auch noch den Geruch von Zimt und Zucker in der Weihnachtszeit. Ich wünsche Ihnen ganz viele schöne Erinnerungen.
Dann bis Morgen. Ich freue mich, was das nächste Türchen für uns bereit hält.
Ihre Charlotte, ein Schreiberling aus München
Text & Audio von Charlotte