Höher, schneller, weiter ist die Prämisse unserer digitalen Welt. Briefe sind dagegen das genaue Gegenteil: sie sind analog und brauchen Zeit. Man nimmt sich Zeit einen Brief zu schreiben, ihn zu verschicken und ihn zu lesen. Briefe sind wertvolle kleine Schätze, die für einen kurzen Moment die Stimme und Gedanken einer anderen Person zu uns durchklingen lassen, ohne dass wir zum Telefon greifen müssen.
Seit Jahrhunderten spielt die Briefkultur eine wichtige Rolle für die private Kommunikation. Kleine Gedanken auf weißem Papier. Wie Honoré de Balzac, ein französischer Philosoph und Romanautor schon schrieb: „Ein Brief ist eine Seele. Er ist ein so treues Abbild der geliebten Stimme, die spricht, daß empfindsame Seelen ihn zu den köstlichsten Schätzen der Liebe zählen“.
Auch wenn diese Worte mehr als 150 Jahre alt sein mögen, haben sie ihre Wahrheit nicht verloren. Briefe sind ein kleines „Ich denk an dich“ in einer großen, lauten Welt. Es ist einfacher und günstiger eine Nachricht im Chat oder per E-Mail zu schicken, aber dadurch, dass ein Brief einiges mehr an Aufwand bedeutet, hat er auch eine viel größere Wirkung auf den Empfänger. Der materielle Wert eines Briefes, die Gedanken eines anderen in schriftlicher Form vor sich zu haben, schreibt dem Brief noch mehr Bedeutung zu.

Briefe sind leider nicht mehr so beliebt wie früher und gehören nicht mehr als fester Bestandteil zu unserem Leben und unserer Kommunikation. In Deutschland werden zwar immer noch sehr viele Briefe verschickt, welche jedoch praktische Natur sind. Briefe zu schreiben und zu verschicken, wegen ihrer Schönheit und der Geste dahinter, dass wäre schön! Alles kann wieder “cool” gemacht werden – so auch die Briefkultur. Lasst uns das gemeinsam anpacken!
Ein mit Liebe geschriebener Brief kann für den Empfänger unglaublich viel bedeuten und dabei kostet es uns nicht allzu viel Aufwand, einen Brief zu verschicken. Warum tun wir es also nicht öfter? Warum nicht unserer Familie, unseren weggezogenen Freunden oder Großeltern eine Freude machen? Gerade ältere Menschen schätzen Briefe sehr wert und freuen sich über einen handschriftlichen Text.
Genau dort setzt Briefe fürs Miteinander e. V. an: wir schicken Briefe an soziale Einrichtungen, um den Bewoner*innen eine kleine Freude in ihrem Alltag zu machen. Dabei kommst du ins Spiel: wir suchen immer nach Freiwilligen, die gerne einen kleinen Teil ihres Alltags in Briefform teilen möchten. Ganz nach dem Motto: kleine Geste, große Wirkung.
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Wenn ihr Fragen habt, euch am Projekt beteiligen wollt oder bei einem Pflegeheim arbeitet und interessiert seid, hinterlasst uns gerne eine Nachricht im Kontaktformular oder schreibt uns eine E-Mail an kontakt@briefemiteinander.org. Unsere Datenschutzbestimmungen findet ihr hier.