Bin ich allein mit meiner Einsamkeit?

Eine Person sitzt mit Anorak an einem Tisch, hat die Kapuze auf und legt den Kopf auf einer Hand ab.

Die Corona-Pandemie hat durch ihre vielen nötigen Beschränkungen zu einem rasanten Anstieg des Einsamkeitsgefühls geführt. Das ging 2024 aus dem Einsamkeitsbarometer des Familienministeriums hervor[1]. Von Einsamkeit sei die gesamte Bevölkerung betroffen gewesen, vor allem aber junge Menschen. Die fehlenden sozialen Kontakte, Hobbies und Familientreffen setzten allen sehr zu. Seitdem die Beschränkungen gelockert wurden, ist Einsamkeit in der Gesellschaft wieder deutlich zurückgegangen, aber auf einem Vor-Corona-Stand ist sie immer noch nicht. Woher kommt das und wie können wir dagegenwirken?

Das Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministerium zeigt, dass die Einsamkeit in der Gesellschaft bis 2017 kontinuierlich sank. In der Pandemie dann stieg sie rasant an. Seitdem ist der Trend rückläufig. Viele Menschen haben durch die Pandemie zum ersten Mal Einsamkeit kennengelernt, andere haben sich immer mehr in ihr verloren. Zusammenfassend sagte die damalige Familienministerin Lisa Paus: “Die Pandemie hat das Erleben von Einsamkeit extrem verschärft”[2]. Deshalb würde es noch Jahre dauern, bis wir als Gesellschaft Einsamkeit weiter und weiter überwinden. Das Gefühl gehört zum Leben dazu und ist völlig normal, nur braucht es nun auch gezielte Maßnahmen, um den Umfang zu begrenzen. So fordert der Sozialverband Deutschland, dass die Politik stärker in soziale Einrichtungen investieren muss: in Bibliotheken, Schwimmbäder und Begegnungsorte.

Gegen das Gefühl der Einsamkeit kann vieles helfen, das ist ganz personenabhängig. Für einige ist ein Gespräch oder ein Anruf eines Liebsten hilfreich. Andere präferieren, sich abzulenken durch Erlebnisse oder durch Sport. Während der Pandemie betraf die Einsamkeit vor allem junge Menschen, vor der Pandemie war es die älteste Gruppe der Befragten, über 75-Jährige, die sich am einsamsten fühlten.

Wie schon in einem vorangegangenen Artikel beschrieben, fehlen älteren Menschen die Möglichkeiten neue Menschen kennenzulernen und in einem aktiven Austausch mit ihren Freunden und Freundinnen zu bleiben. Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu erwischen, helfen wir, Briefe fürs Miteinander e. V.: Wir schicken Briefe an soziale Einrichtungen, um den Bewohner*innen eine kleine Freude in ihrem Alltag zu machen. Dabei kommt ihr ins Spiel: wir suchen immer nach Freiwilligen, die gerne einen kleinen Teil ihres Alltags in Briefform teilen möchten. Dabei schafft es ein Brief, den Tag eines*r Bewohner*in zu erhellen, und euren auch!

Wenn ihr Fragen habt, euch am Projekt beteiligen wollt oder bei einem Pflegeheim arbeitet und interessiert seid, hinterlasst uns gerne eine Nachricht im Kontaktformular oder schreibt uns eine E-Mail an kontakt@briefemiteinander.org. Wir freuen uns, von euch zu hören!


[1] https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf

[2] https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/einsamkeit-138.html

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